Minimalismus bedeutet, laut Definition, sein Leben abseits von Konsumgütern zu gestalten. Mehr und mehr nimmt auch die Beschränkung auf das Nötigste/Wesentliche das Wort Minimalismus für sich ein. Was ich in der vergangenen Zeit wahrgenommen habe, in der ich mich damit beschäftige meine Habseligkeiten zu reduzieren, ist das der Begriff Minimalismus von Jedem etwas anders ausgelegt wird. Und vielleicht bedeutet dieser final auch nur eine Reduzierung von Gütern in der eigenen Welt.
Seit Mitte 2017 reduziere ich nach und nach meinen Haushalt. Allerdings halte ich mich noch lange nicht für einen Minimalisten. Ich finde Minimalismus sehr inspirierend, motivierend und erfrischend. Ich nenne es „Minimalismus – am Anfang“ :)
Angefangen hat alles damit das ich 2017 meine Schuhsammlung von rund 250 Paar, auf 60 Paar reduziert hatte. Diese Sammlung hatte ich vor Jahren angelegt. Sie haben mich erfreut, sie haben mir ein klein wenig Glück geschenkt, sie waren für den damaligen Zeitpunkt perfekt und richtig für mich. 2014 – 2016 habe ich viele private Dinge, Gedanken und Emotionen losgelassen und eine fantastische persönliche Bewegung hinter mir. Ich bin gestärkter, zufriedener, glücklicher und sonniger denn je. Nun stieg das Bedürfnis in mir auch materielle Dinge loszulassen.
Ausmisten, bedanken und loslassen tut gut. Ich bin fokussierter, ich benötige weniger Zeit, ich bin klarer und freier. Auch jetzt bereue und vermisse ich noch keine Sekunde die Dinge, welche ich losgelassen habe. Minimalismus passt sich irgendwie in meinen persönlichen Wandeln perfekt an. Mein Bewusstsein für Nachhaltigkeit, meine Ernährungsumstellung, mein inneres Kind und mein Standig als fabelhafte Person. Reduzieren und loslassen fühlt sich für mich einfach „passend“ an.
Anbei meine damaligen ersten Schritte der Reduzierung und sie geht weiter … :
-
Bettwäsche
Wir nutzen immer nur zwei Bettwäschen. Eine, die bezogen ist und die andere saubere – später zum Wechseln. Also wieso eigentlich 5 Stück da haben? Nur weil man sie irgendwann einmal bekommen hat? Im Grunde haben wir beide eine Lieblingsbettwäsche und die andere ist „Zweite Wahl“. Das Standig derer die wir nun entsorgt haben ist damit selbstredend.
-
Kleidung
Beim Ausmisten habe ich meine Kleidung gefragt wie sehr sie mich erfreut und ob ich sie noch irgendwann (wirklich) tragen werde und warum. Wenn ich 5 Blusen im Schrank hängen habe und ich habe das Bedürfnis eine Bluse zu tragen, welche würde ich nehmen? Und wenn diese in der Wäsche ist?
Alle anderen Blusen spielen keine Rolle mehr. Denn diese würde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit nur dann tragen wenn gar nichts mehr anderes da ist. In diesem Stil habe ich bisher meine Kleidung reduziert. Mein fokussiertes Ziel im Kleiderschrank: nur noch Lieblingskleidungsstücke. -
Schuhe und Taschen
Wie oben schon geschrieben hatte ich mich von meiner Schuhsammlung getrennt und bin sehr glücklich darüber. Hier gab es für mich nur die Entscheidung: „Trägst Du sie? Trägst Du sie dauerhaft? Sind sie bequem?“ Mittlerweile sind es noch 20 Paar. Diese möchte ich noch weiter reduzieren. Auch bei meinen Taschen ging alles sehr schnell und einfach. Dazu muss ich sagen, dass ich nur 8 Handtaschen besaß. Jetzt habe ich noch 3. Eine große zum Bummeln, eine gelbe Handtasche für Businessveranstaltungen (meine Firma heißt MattGelb) und eine kleine zarte Tasche, wenn nur das Telefon und das Portemonnaie Platz finden soll. Der Rest kam weg.
-
Bücher
Hier bin ich immer noch nicht final durch. Ich besitze durch mein Kunsthandwerk mindestens 50 Bücher die sich nur mit Polymer Clay, Schmuck, Design und Kunsthandwerk beschäftigen. Ich glaube auch das ich viele Stücke wahrscheinlich nie weggeben kann, denn ich schaue sehr oft in diese Bücher und genieße die Inspiration. Romane und Fachbücher, die durch das Internet ersetzt werden können, sind verschwunden. Ich nutze mehr und mehr ebooks und lese mit meinem Telefon oder Tablet.
-
CD’s
Über die Jahre hat sich bei mir soviel angesammelt. Ich liebe Musik und ich liebe nicht nur eine Musikrichtung. Alle diese Künstler bringen mir Freude und Leben. Jeder auf seine Art und Weise. Durch diese Vielfalt war unsere „CD’s Wand“ (Wir haben einen CD’s-Ständer im Mincentury Stil an der Wand von Woodandmore – hübsches Ding!) auch etwas überfüllt. Ich konnte mich bisher von 150CD’s trennen und es sind leider immer noch zu viele. Hier wird definitiv erneut selektiert und digitalisiert.
-
Make up
Ich bin nicht nur dipl. Informatikerin, sondern auch staatlich geprüfte Kosmetikerin. Ich habe viel und oft Lidschatten, Rouge, Puder, Makeup über Jahre gehortet, gekauft und probiert. Final habe ich dennoch immer wieder die gleichen Farben, das gleiche Puder und den gleichen Mascara genommen. Nun besitze ich noch zwei intensive Lidschatten, einen Mascara, einen Puder, einen Eyeliner, einen Lipenstift, einen Lipliner, zwei Glowpuder/Lidschatten und ein Concealer. Den meisten Platz nehmen meine Pinsel ein. Diese besitze ich schon 15 Jahre und wurden zur Lehrzeit zugelegt.
-
Cremes, Seifen, Haarspangen usw.
Alles was nicht jeden Tag genutzt wird oder für Notfälle sinnvoll ist, kam weg. Bürsten, Cremes (Bodycremes – immer wieder versucht, ich fühl mich damit nicht wohl), Haarwickel, Handcreme, Pinzetten (wer braucht 5 Stück?), auch unzähligen Haargummis und Haarspangen.
-
Spielzeug
Es war befreiend und leicht. Jemand gab mir den Tipp, Dinge, welche mir wichtig sind, einfach zu fotografieren. So halte ich die Erinnerung fest. Denn wer geht regelmäßig auf seinen Dachboden oder Keller und „spielt“ mit seinen alten Spielsachen geschweige den gibt diese wirklich an andere Kinder weiter? Mein Spielzeug war nicht in dem Zustand weiterzugeben zu werden und auch habe ich diese Sachen nur durch Zufall in die Hände bekommen wenn ich irgendetwas anderes gesucht habe aber explizit danach geschaut habe ich nie.
-
Küchenuntensillien und Geschirr
Gleiche Devise wie bei den Kleidern: wir nutzen nun immer das „feine Geschirr“, feiern so jeden Tag und das „nicht so feine“ kam weg. Auch unzählige sinnfreie Küchengeräte die Niemand groß nutzt. Und sollte ich – auch wenn ich gerade wirklich sehr gern koche – wider erwartend doch ein bestimmtes Küchengerät für ein Gericht benötigen, dann wird dieses ausgeliehen. Seid der Ausmusterung haben wir sehr viel Luft in der Küche. Dennoch wird es auch hier einen weiteren Reduzierungsdurchgang geben.
-
Bastelkram
Ich bin schon seit über 12 Jahren im Kunsthandwerk unterwegs. Da hat sich einiges angesammelt und leider greift bei Bastelkram nicht der Gedanke „hast Du es letztes Jahr nicht benutzt, brauchst Du es nicht mehr“. Hier habe ich andere Erfahrungen über die Jahre gemacht. Dennoch ist mein Arbeitsbereich – daheim – nun so frei wie noch nie.
Ich glaube, genau durch dieses Gebiet kann ich nicht zu einem 100% Minimalisten werden. Ich bin zu gern kreativ und auch flexibel. Wenn mich die Muse packt möchte ich loslegen können und nicht erst alles erneut besorgen müssen.
Durch meinen Ansporn Ressourcen zu schonen und nachhaltiger zu leben, eliminieren sich automatisch immer mehr Dinge aus meinem Leben und ich habe sehr große Freude daran. Es ist ein Prozess und er ist definitiv noch nicht abgeschlossen.




